Thementafel
Wissensvermittlung
Zielgruppengerecht
Inklusionskonzept
Illustration
Springspinnen Thementafel
Die Leitidee
Viele Menschen empfinden Ekel oder Angst vor Spinnen, denn Arachnophobie ist eine der häufigsten Tierängste überhaupt.
Genau hier soll diese Tafel ansetzen: Die Springspinne als Sympathieträger. Mit ihren großen Augen, dem flauschigen Körper und dem neugierigen, fast katzenhaften Verhalten dient sie als Eisbrecher. Sie senkt die emotionale Schwelle und führt Besucher überhaupt erst an das Thema „Spinne" heran.

Aufgabe & Kontext
Naturkundemuseen leben von Familien. Entsprechend müssen die Inhalte für Kinder und Erwachsene gleichzeitig funktionieren, ohne sich anzubiedern oder zu vereinfachen. Mein Anspruch an dieses Projekt: eine Tafel, die wissenschaftlich einwandfrei ist, neugierig macht und gestalterisch ein Hingucker ist. Als Vorbild dienten mir die klaren, illustrativen Schautafeln moderner naturkundlicher Ausstellungen.
Damit Kinder und Erwachsene denselben Inhalt auf ihrer Ebene erleben, arbeite ich durchgehend mit zwei Textebenen: einer verspielten Headline als Hook und einem präzisen Fachtext darunter. Eine Tafel, zwei Lesarten.
Zielgruppe: Familien
Format: Querformat-Grafiktafel
Anspruch: faktentreu, zugänglich, inklusiv
Recherche & Wissenschaft
Faktentreue war für mich nicht verhandelbar. Statt mich auf populäre Darstellungen zu verlassen, bin ich zu den Originalstudien gegangen – und habe dabei sogar verbreitete Irrtümer aussortiert. So springt eine Springspinne zum Beispiel nicht primär „hydraulisch", wie oft behauptet, sondern überwiegend durch Muskelkraft. Jeder Fakt auf der Tafel ist belegt.
Aufbau & Komposition


Der Aufbau folgt einem klaren Lesepfad: Die farbenprächtige Pfauenspinne ist der Eyecatcher links und führt in das Thema ein. Von dort wandert der Blick zur Einführung über alle Springspinnen, dann nach links zur Sprung-Sequenz und schließlich zu Augen und Verstand. Das spektakulärste Bild holt die Betrachter ab, die spannenden Fakten halten sie.
Gestaltung & Illustration
Meine wichtigste gestalterische Entscheidung: ein sympathischer, lebendiger Illustrationsstil statt bedrohlichem Fotorealismus. Große Augen, weiche Formen, neugierige Haltung – so baue ich die Angstschwelle aktiv ab, die viele Besucher vor Spinnen haben. Die Gestaltung ist hier nicht Dekoration, sondern Teil der Vermittlungsstrategie.

Skizze

Prozess

Final
Inklusion / Design for All
Eine Tafel ist nur dann gut, wenn möglichst alle sie erleben können. Angefangen bei der verwendeten Schrift, da habe ich mich bei den Fließtexten für die Atkinson Hyperlegible entschieden. Diese wurde vom Braille Institute speziell für Menschen mit Sehbehinderung entworfen, mit maximal unterscheidbaren Zeichen für optimale Lesbarkeit. Des weiteren habe ich von Anfang an mehrere Zugänge mitgedacht: ein ertastbares, vergrößertes Spinnenmodell, Audiodeskription per QR-Code, Texte in Leichter Sprache sowie kontrast- und schriftoptimierte Gestaltung nach DIN 1450.

AI generierte Visualisierung
Die Vision
Das Ergebnis ist eine Schautafel, die ein oft gemiedenes Tier in einen Sympathieträger verwandelt – und nebenbei zeigt, wie viel erstaunliche Biologie in einem fünf Millimeter kleinen Jäger steckt.



Mock Up Tafel in einem Museeum + Detail Shots
